Zupacken statt zuschauen

Aktionstag - Beim Treffen der Kreisjugendfeuerwehr in Jengen geht es um Können und Wissen
 

Es war schon ein erhebender Anblick, als sich rund 200 Jugendliche in schicken Uniformen und Arbeitsanzügen auf dem Hof der Jengener Grundschule versammelten. Dem einen oder anderen war es dabei allerdings etwas flau im Magen, denn beim 9. Kreisjugendfeuerwehrtag ging es hauptsächlich um einen Wissenstest zum Thema «Brennen und Löschen».

Schon die Begrüßung durch Kreisfeuerwehrjugendwart Georg Wohlhüter vermittelte den Stellenwert der alljährlichen Veranstaltung, als er von einer «positiven Entwicklung der Teilnehmerzahlen» sprach. 172 Feuerwehranwärter und Anwärterinnen hatten sich zum Wissenstest angemeldet und drei Gruppen aus den Landkreisen Ostallgäu, Unterallgäu und Aichach-Friedberg erwarben die «Deutsche Jugendspange».
Beeindruckt war auch die stellvertretende Landrätin und Landtagsabgeordnete Angelika Schorer. Auch davon, dass im Landkreis insgesamt 52 Mädchen aktiv in den Jugendfeuerwehren mitmachen. Sie betonte, dass sowohl Landkreis als auch Freistaat die Jugendfeuerwehren «in jeglicher Weise» unterstützen, damit sie in der Gesellschaft den nötigen Rückhalt bekommen.
Für Bürgermeister Franz Hauck war es «eine Ehre, Gastgeber sein zu dürfen», und er sah aufgrund des regen Interesses des Nachwuchses «die Zukunft der Feuerwehren gesichert». Kreisbrandrat Markus Barnsteiner bedankte sich dafür, dass die Jugendlichen Flagge zeigten. Und auch bereit seien, in ihre Freizeit sinnvoll zu investieren sowie «zupacken statt zuschauen».
Beim Wissenstest selbst waren dann die von der Feuerwehrschule Würzburg erarbeiteten Fragen zu beantworten. Da ging es beispielsweise um das Löschen von Waldbränden, um den Einsatz von Feuerlöschern und um das Verhalten bei Schwelbränden. «War schon machbar» - so lautete jedenfalls das Fazit der 16-jährigen Andrea Kosten von der Jugendfeuerwehr Kaltental. Sie war schon zum dritten Mal dabei und durfte diesmal das Abzeichen in Gold im Empfang nehmen.
Sie wertete die Veranstaltung «jedes Jahr wieder interessant», vor allem treffe man viele Gleichgesinnte und könne Erfahrungen austauschen.
Saubere Arbeit
Bei der Abnahme der deutschen Jugendspange waren für die drei angemeldeten Gruppen sportliche Aktivitäten angesagt. Beim «Löschaufbau» nach Feuerwehr-Dienstvorschrift ging es vordergründig nicht um Schnelligkeit, sondern um sauberes, zügiges Arbeiten. Es sollte den Schiedsrichtern vorgeführt werden, dass man den Umgang mit den Gerätschaften beherrscht. Zur Prüfung gehörten auch eine Schnelligkeitsübung, Kugelstoßen und ein 1500-Meter-Lauf. Eine Fahrzeug- und Geräteausstellung rundete den Feuerwehrtag ab.